Progression ist ein wichtiger Bestandteil im Training, um langfristig erfolgreich zu sein. Bei Progression denkst du wahrscheinlich als erstes daran, mehr Gewicht bei einer Übung zu benutzen oder dass die Sätze und Wiederholungen angepasst werden.
Aber nicht nur über diese Parameter lässt sich das Training steuern und entweder schwieriger oder wenn nötig auch mal einfacher machen.
Auch über die Ausführungsvarianten lassen sich einzelne Übungen progressieren oder eben auch regressieren.
Es macht nämlich durchaus einen Unterschied, ob wir eine Übung liegend, sitzend, stehend oder halbkniend bzw. im Ausfallschritt machen.
Je mehr Gelenke an einer Bewegung beteiligt sind, desto mehr Freiheitsgrade gibt es, die während einer Übung kontrolliert werden müssen. Also selbst wenn Gelenke vielleicht nicht aktiv an einer Bewegung beteiligt sind, müssen sie trotzdem stabilisiert werden, damit wir eine Bewegung sauber ausführen können.
Nehmen wir mal als Beispiel das Schulterdrücken. Wenn wir während der Übung sitzen, dann gibt es nicht viele Gelenke, die zwischen den die Bewegung ausführenden Gelenken, also Schultern und Armen, und unserem Hintern sind. Hier müssen wir uns also relativ wenig Gedanken um Stabilität und Ausweichbewegungen machen. Wenn wir die gleiche Bewegung aber im Stehen ausführen, dann haben wir auf einmal eine ganze Reihe mehr Gelenke zwischen der eigentlichen Bewegung und unserem Fixpunkt, dem Boden. Jedes dieser Gelenke müssen wir koordinieren, damit sie stabil bleiben und nicht ausweichen, aber auch damit sie nicht ungewollt mithelfen, indem sie Schwung geben oder durch eine Ausweichbewegung den Körper in eine “einfachere” Position bringen.
Mehr Freiheitsgrade fordern die Koordination und die Stabilität des Trainierenden stärker heraus.
Genauso geht es natürlich auch andersherum. Wenn ein Athlet Probleme bei der Ausführung einer Übung hat, können wir ihm die Übung erleichtern, indem wir Gelenke oder anders gesagt Freiheitsgrade aus der Bewegung rausnehmen.